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Dr. Henning Schnurbusch
Alle Nachrichten | Marktkommentar
 
Von: Dr. Henning Schnurbusch | 20.07.2026

Marktkommentar Corporate M Sustainable - 2. Quartal 2026

Marktkommentar 31.03.2026 - 30.06.2026 

Im zweiten Quartal überwog an den Märkten trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheit der Optimismus. Der Krieg im Nahen Osten blieb ein wichtiger Einflussfaktor für die globalen Finanzmärkte, wo-bei sich das dominierende Narrativ von Eskalationssorgen hin zu einer schrittweisen Deeskalation verschob. Nachdem der Brent-Rohölpreis im April auf rund 120 USD pro Fass gestiegen war, fielen die Ölpreise deutlich, da die Erwartungen zunahmen, dass die Störungen rund um die Straße von Hormus nachlassen würden. Unterstützt wurden die Märkte durch niedrigere Energiepreiserwartungen, robuste Unternehmensgewinne und erneuten Optimismus im Zusammenhang mit dem KI-getriebenen Investitionszyklus. Die Zentralbanken blieben jedoch vorsichtig, da der frühere Energiepreisschock weiterhin die Inflationserwartungen beeinflusste.

Die globalen Rentenmärkte erzielten im zweiten Quartal positive Renditen, auch wenn das Zinsumfeld volatil blieb. Der Bloomberg Global Aggregate Bond Index erzielte im Quartal eine Rendite von rund 1,65 % in EUR, unterstützt durch Kuponerträge und engere Kreditspreads. Der stärker auf Europa ausgerichtete Bloomberg Euro Aggregate Bond Index entwickelte sich etwas besser und legte um rund 1,95 % in EUR zu, begünstigt durch Carry sowie eine deutliche Rückbildung der Spreadausweitung vom Ende des ersten Quartals.

US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit beendeten das Quartal mit einer Rendite von rund 4,45 %, gegenüber ca. 4,35 % zum Ende des Vorquartals, während die Rendite zweijähriger Treasuries von 3,80 % auf rund 4,20 % anstieg. Die Zinskurve flachte somit erneut ab, da die Renditen am kurzen Ende stärker auf veränderte Erwartungen hinsichtlich der Fed-Politik reagierten. Die Fed beließ das Zielband für die Federal Funds Rate im Juni unverändert bei 3,50 %–3,75 %, während Projektionen darauf hindeuteten, dass eine Zinserhöhung vor Jahresende weiterhin möglich blieb.

Treiber dieser Entwicklung war die Neubewertung des inflationären Effekts des früheren Energiepreisschocks sowie der Wahrscheinlichkeit einer restriktiveren Zentralbankreaktion. Das kurze Ende der Kurve reagierte besonders sensibel auf die vorsichtigere Kommunikation der Fed unter dem neuen Vorsitzen-den Kevin Warsh, während das lange Ende stärker auf anhaltendes nominales Wachstum, fiskalische Angebotsrisiken und mögliche Entlastung durch niedrigere Ölpreise fokussiert war.

Die Europäische Zentralbank erhöhte die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte und hob den Einlagenzins auf 2,25 % an. Die Renditen deutscher Staatsanleihen gingen im zweiten Quartal dennoch zurück. Die Rendite zweijähriger Schatzanleihen lag Ende Juni bei rund 2,50 %, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen das Quartal bei rund 2,90 % beendete. Damit bewegte sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen unter das Niveau von rund 3,0 % zum Ende des ersten Quartals, da niedrigere Ölpreise und schwächere Wachstumserwartungen den Effekt der strafferen EZB-Politik überwogen.

Die EZB begründete ihre Zinserhöhung mit dem inflationssteigernden Einfluss des Krieges im Nahen Osten und revidierte ihre Inflationsprojektionen nach oben; für 2026 erwartet sie nun eine durchschnittliche Gesamtinflation von 3,0 %. Gleichzeitig zeigten die eingehenden Inflationsdaten zum Quartalsende eine gewisse Entspannung: Laut Eurostat fiel die jährliche Gesamtinflation im Euroraum von 3,2 % im Mai auf 2,8 % im Juni, während die Kerninflation von 2,6 % auf 2,4 % zurückging.

In den europäischen Kreditmärkten verengten sich die Spreads im zweiten Quartal, da sich die Risikobereitschaft erholte und die Unternehmensgewinne robust blieben. Die Spreads europäischer Investment-Grade-Unternehmensanleihen gingen von 97 Basispunkten zum Ende des ersten Quartals auf rund 80 Basispunkte Ende Juni zurück. Im High-Yield-Segment fiel die Erholung stärker aus: Dort sanken die Spreads von 345 Basispunkten Ende März auf rund 270 Basispunkte Ende Juni. Trotz dieser Einengung blieben die Kreditspreads im historischen Vergleich niedrig.

Laut S&P Global blieben die Kreditbedingungen in Europa und Nordamerika insgesamt widerstandsfähig, unterstützt durch konstruktive Finanzierungsbedingungen und robuste Investorennachfrage. Die Abwärtsrisiken konzentrierten sich jedoch weiterhin auf niedriger geratete Emittenten, insbesondere auf solche mit Refinanzierungsbedarf, höheren Energiekosten und schwächerem Wachstum. In Europa lag die Ausfallquote im spekulativen Segment Ende Mai bei 3,2 %; S&P erwartet einen Anstieg auf rund 3,75 % bis März 2027. In den USA erwartet S&P nur einen leichten Anstieg der Ausfallquote von 3,9 % per März 2026 auf 4,0 % bis März 2027.
 

Fondskommentar 31.03.2026 - 30.06.2026  

Das Emissionsvolumen neuer Anleihen in Euro war im 2. Quartal 2026 insgesamt rege. Der Verkauf risiko-reicher Anleihen erfasste Europa so schnell wie seit Beginn des Nahostkonflikts Mitte April nicht mehr. Wir haben dementsprechend viel gezeichnet.

Amadeus IT ist ein spanischer Travel-Tech-Konzern mit Sitz in Madrid und zählt zu den führenden Anbietern von Distributions- und IT-Lösungen für Airlines, Hotels, Reisebüros, Flughäfen und weitere Akteure der globalen Reiseindustrie. Die Umsatzbasis ist klar international; neben Europa und Nordamerika gewinnt vor allem die Region Asien-Pazifik an Dynamik, die 2025 das stärkste Wachstum verzeichnete. Die Anleihe XS3382738600 (Kupon 3,75 %, fällig 2031) ist mit solidem Investment Grade ausgestattet: Standard & Poor’s bewertet Amadeus IT Group S.A. mit BBB/stabil, Moody’s mit Baa2/stabil; im Nachhaltigkeitsbereich liegt ein sehr starkes MSCI ESG-Rating von AAA vor. Bilanzseitig wies der Konzern Ende 2025 bei 11,47 Mrd. € Aktiva ein Eigenkapital von 4,85 Mrd. € aus, entsprechend einer Eigenkapitalquote von rund 42 %. Dank hoher Profitabilität ist der Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung pro EBITDA) seit längerer Zeit unter 1.0.

Alphabet Inc. (XS3363387435, Kupon 4,1 %, fällig 2039), Muttergesellschaft von Google Alphabet Inc., ist einer der großen US-Technologiekonzerne aus den Bereichen Online-Werbung, Internet-Suche, Cloud und KI; der Hauptsitz liegt in Mountain View, Kalifornien, während der Umsatz zwar vor allem in den USA erzielt wird (2025: 48 %), aber mit EMEA (29 %), APAC (17 %) und den übrigen Amerikas breit global diversifiziert ist. Als eigentliche Ankeraktionäre fungieren die Gründer Larry Page und Sergey Brin, die über Class B Aktien mit zehn Stimmen je Aktie zusammen rund 52,7 % der Stimmrechte kontrollieren. Die Bonität ist mit S&P AA und Moody’s Aa2 sehr stark; per Ende 2025 standen einer Bilanzsumme von rund 595 Mrd. USD ein Eigenkapital von 415 Mrd. USD und eine Gesamtverschuldung von nur 59 Mrd. USD gegenüber. Im ESG-Bereich ist das angegebene Rating von MSCI ESG Research mit BBB nur durchschnitt-lich; operativ verweist der Konzern jedoch auf 66 % stündlich CO₂-freien Strom, mehr als 8 GW neu kontrahierte saubere Energie und um 12 % gesunkene Rechenzentrums-Energieemissionen trotz höherer Stromnachfrage. 

Weitere Neuerwerbungen waren:
Verbund: fällig 2033, Kupon 3,375 %, S&P: A, Moody’s: A2
Coloplast: fällig 2030, Kupon 2,75 %, S&P: BBB+
Goodman: fällig 2033, Kupon 3,875 %, S&P: BBB+, Moody’s: Baa1
Technip Energies: fällig 2033, Kupon 4 %, S&P: BBB
Sofina: fällig 2033, Kupon 3,707 %, S&P: A-
 

Weitere Informationen, Risiken und Stammdaten entnehmen Sie bitte den Fondsdetailseiten: Corporate M Sustainable (B)Corporate M Sustainable (I)Corporate M Sustainable (R)
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